Was ist die CO₂-Bepreisung?
Seit 2021 müssen Importeure und Händler von fossilen Brennstoffen – also Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel – für jede ausgestoßene Tonne CO₂ einen festgelegten Preis zahlen. Diesen Preis geben sie direkt an die Verbraucher weiter: Sie zahlen ihn bereits heute beim Tanken und beim Heizen – oft ohne es zu merken, weil er im Gaspreis oder Ölpreis eingerechnet ist.
Das Instrument heißt Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) und ist Teil des deutschen Klimaschutzprogramms. Es ist kein Einzelereignis, sondern ein dauerhaft steigender Mechanismus – gesetzlich beschlossen und politisch verbindlich.
Wichtig zu verstehen: Die CO₂-Kosten sind kein Aufschlag, den man vermeiden kann. Sie sind bereits im Preis Ihrer Jahresabrechnung enthalten – und sie steigen automatisch, ohne dass Sie etwas unterschreiben müssen.
Der Preispfad: Von €25 auf über €280 pro Tonne
Der CO₂-Preis ist kein politisches Versprechen mehr – er ist Realität. Und sein Anstieg ist im Gesetz verankert. Die folgende Grafik zeigt, wie sich der Preis pro Tonne CO₂ bis 2045 entwickeln wird:
CO₂-Preisentwicklung 2021–2050 (€ pro Tonne)
Quellen: BEHG, Projektionsbericht Bundesregierung, eigene Fortschreibung ab 2026
Was 2021 mit 25 Euro pro Tonne begann, liegt 2026 bereits bei 65 Euro. Bis 2030 werden nach aktuellen Projektionen Preise zwischen 100 und 150 Euro erwartet – und nach Integration in den europäischen Emissionshandel (EU-ETS) ab 2030 ist ein weiterer deutlicher Anstieg auf über 280 Euro bis 2045 realistisch.
Zum Vergleich: Wer 2021 noch „warten und beobachten" entschied, zahlt heute bereits das 2,5-fache an CO₂-Kosten. Wer bis 2030 wartet, zahlt das 3- bis 5-fache.
Was das konkret für Ihre Heizkosten bedeutet
Die CO₂-Kosten hängen direkt vom Verbrauch und vom Brennstoff ab. Gas und Öl haben unterschiedliche Emissionsfaktoren – bei Öl ist der CO₂-Ausstoß pro Kilowattstunde sogar höher als bei Gas.
Erdgas
Heizöl
Wärmepumpe (Ökostrom)
Für ein typisches Einfamilienhaus mit 15.000 kWh Jahresverbrauch (Erdgas) ergibt sich folgende Entwicklung der jährlichen CO₂-Kosten:
| Jahr | CO₂-Preis (€/t) | CO₂-Kosten Gas/Jahr | CO₂-Kosten Öl/Jahr |
|---|---|---|---|
| 2024 | 45 € | 158 € | 185 € |
| 2025 | 55 € | 193 € | 220 € |
| 2026 | 65 € | 228 € | 260 € |
| 2028 | 105 € | 368 € | 419 € |
| 2030 | 130 € | 456 € | 520 € |
| 2035 | 195 € | 684 € | 780 € |
| 2045 | 260 € | 913 € | 1.038 € |
Diese Zahlen sind ausschließlich die CO₂-Abgabe – der eigentliche Energiepreis für Gas oder Öl kommt noch dazu. Wer 2045 noch mit Öl heizt, zahlt allein durch die CO₂-Abgabe über 1.000 Euro pro Jahr mehr als heute.
Die kumulative Last über 25 Jahre
Noch eindrucksvoller ist die Gesamtsumme über einen längeren Zeitraum. Wer heute entscheidet, die Umstellung aufzuschieben, akkumuliert Jahr für Jahr CO₂-Kosten – während die Preise steigen:
Kumulierte CO₂-Kosten 2026–2050 – Öl & Gas vs. Wärmepumpe (15.000 kWh/Jahr)
Basis: 15.000 kWh/Jahr, Emissionsfaktoren Gas 0,234 / Öl 0,266 kg CO₂/kWh, CO₂-Preispfad gemäß BEHG-Projektion
Über 25 Jahre summieren sich die CO₂-Kosten für eine Gasheizung auf über 17.000 Euro – Geld, das Sie Jahr für Jahr zusätzlich zu Ihrem Gaspreis zahlen, ohne dafür eine Leistung zu erhalten. Bei Öl sind es sogar über 20.000 Euro.
Warum jetzt handeln besser ist als warten
Viele Hauseigentümer warten auf „den richtigen Moment" – günstigere Wärmepumpen, bessere Förderung, mehr Klarheit über das GEG. Was dabei oft übersehen wird: Jedes Jahr Wartezeit kostet bares Geld – und zwar in Form steigender CO₂-Abgaben, die sich unweigerlich in der nächsten Jahresabrechnung niederschlagen.
Die Wärmepumpe als Ausweg
Eine Wärmepumpe, betrieben mit Ökostrom, hat einen CO₂-Emissionsfaktor von nahezu null. Das bedeutet: CO₂-Abgaben entfallen vollständig. Gleichzeitig ist der Wirkungsgrad einer modernen Wärmepumpe 3- bis 5-mal höher als der einer Gasheizung – aus einer Kilowattstunde Strom werden 3 bis 5 Kilowattstunden Wärme.
Staatliche Förderung nutzen, solange sie läuft
Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) werden Wärmepumpen aktuell mit bis zu 70 % der Investitionskosten gefördert. Die Kombination aus Grundförderung, Effizienzbonus und Einkommens-Bonus macht den Umstieg heute deutlich günstiger als in den kommenden Jahren – wenn die Fördertöpfe kleiner werden und die CO₂-Kosten weiter steigen.
Fazit: Die CO₂-Bepreisung ist kein Zukunftsszenario – sie ist bereits Realität. Der Preispfad ist gesetzlich verankert und wird nicht rückgängig gemacht. Wer heute eine Wärmepumpe einbaut, sichert sich nicht nur gegen steigende CO₂-Kosten ab, sondern profitiert auch von maximaler Förderung und langfristig stabilen Betriebskosten.
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